Vom Schottland-Erlebnis zur schwäbischen Destillerie-Adresse
Die Geschichte der finch Whiskydestillerie beginnt mit einer Reise: Hans-Gerhard Fink, studierter Agraringenieur und Betreiber eines rund 400 Hektar großen Hofguts auf der Schwäbischen Alb, kam auf einer Schottlandreise mit dem Whiskyhandwerk in Berührung – und erkannte, dass er die Rohstoffe für einen erstklassigen Whisky bereits selbst anbaute. 1999 tropfte auf dem Hofgut Aglishardt der erste New Make aus dem Geistrohr, 2001 war der erste finch Schwäbischer Hochland Whisky abfüllreif. Was als handwerkliches Experiment eines passionierten Landwirts begann, wuchs innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einer der bekanntesten deutschen Whiskybrennereien. Zum 25-jährigen Jubiläum der Whiskyherstellung eröffnete Fink im Oktober 2024 eine neue Destillerie und Erlebnismanufaktur in Heroldstatt-Breithülen – untergebracht in einem denkmalgeschützten Futterstadl aus dem Jahr 1898, den einst Kaiser Wilhelm II. für sein Kavallerie-Remontedepot errichten ließ. Die Holzkonstruktion und die originalen Holzfassaden des Gebäudes blieben vollständig erhalten.
Vom Feld ins Glas: Kontrolle über jeden Schritt
Das Leitmotiv der Destillerie lautet „Vom Feld ins Glas" – und es ist wörtlich gemeint. Auf rund 400 Hektar Anbaufläche auf den kargen Böden der Schwäbischen Alb baut Fink die Getreidesorten selbst an, die in seine Whiskys fließen: Weizen, Gerste, Dinkel, Emmer und Roggen. Bodenschonende Anbautechniken und das raue Höhenklima auf knapp 800 Metern über dem Meer prägen das Ausgangsmaterial. Das Wasser stammt aus dem Karstgestein der Alb. Nach der Ernte übernimmt die Brennerei jeden weiteren Produktionsschritt im eigenen Haus – Maischen, Gären, Brennen, Reifen. Je nach Sorte wird bis zu dreimal destilliert, in einer Pot Still mit 3.000 Litern Fassungsvermögen. Die Reifung erfolgt in Eichenholzfässern, die zuvor auf europäischen und amerikanischen Spitzenweingütern im Einsatz waren – darunter Fässer ehemaliger Sherry- und Bourbon-Lagerstätten. Über 5.000 Fässer ruhen derzeit in den Warehouses der Destillerie, was finch nach eigenen Angaben den größten Bestand an langjährig gereiften Whiskys in Deutschland verschafft. Das ehemalige Munitionsdepot auf dem Erlebnisgelände dient heute als Bunker-Warehouse für einen Teil dieser Fässer.
Schwäbischer Hochland Whisky – Sortenvielfalt mit klarer Herkunft
Das Sortiment spiegelt die Vielfalt des eigenen Getreidebaus: Neben dem klassischen Single Malt aus Gerste umfasst das Programm Weizen-, Dinkel- und Roggenwhiskys sowie Cask-Strength-Abfüllungen und limitierte Cask-Finish-Editionen. Aktuell werden Abfüllungen bis zu zwölf Jahren Reifezeit in rund 14 verschiedenen Sorten angeboten. Die Grundidee bleibt dabei konstant: ein Whisky, der seinen Ursprung auf der Schwäbischen Alb nicht verleugnet – mit der kühlen Mineralik des Karstwassers, dem Charakter widerstandsfähigen Höhengetreides und der Wärme langjährig gereifter Fassware. Neben den Whiskys produziert Fink unter der Schwestermarke Albfink Gin, Wodka und weitere Edelbrände – hervorgegangen aus einer älteren Obstbrennerei-Tradition des Hofguts.