Vom Barbesitzer zum Gründer eines mexikanischen Luxushauses
Arturo Lomelí gründete Clase Azul México 1997 in Guadalajara, Jalisco — mit 23 Jahren und dem erklärten Ziel, mexikanische Kultur in eine Flasche zu übersetzen. Sein erster Anlauf als Tequila-Unternehmer scheiterte; er kehrte an die Universität zurück, studierte Marketing und startete mit einer radikal anderen Idee neu. Die ersten Flaschen des Clase Azul Reposado kamen im Jahr 2000 auf den Markt — gerade einmal 58 Kisten. Was ihn von anderen Herstellern unterschied: nicht nur der Inhalt, sondern die Keramikflasche als Träger mexikanischen Kunsthandwerks. Der Name Clase Azul — auf Deutsch „blaue Klasse" — leitet sich vom Kobaltblau der ersten Dekanter und von der Blauen Weber-Agave ab, dem einzigen zulässigen Rohstoff für echten Tequila. Heute ist Clase Azul México in mehr als 100 Ländern präsent und gilt als unabhängiges, zu 100 % mexikanisch geführtes Unternehmen — Lomelí hat nie Anteile an externe Investoren abgegeben.
Agave, Mauerwerksöfen und bemalte Keramik aus Santa María Canchesda
Die Blaue Weber-Agave für Clase Azul wächst in Los Altos de Jalisco, den Hochlagen des Bundesstaats Jalisco. Dort sorgen roter Vulkanboden, hohe Lage und ein kühles Klima für Agavenherzen mit hohem Zuckergehalt. Geerntet wird erst nach sieben bis acht Jahren Wachstum — durch spezialisierte Jimadores, die die Piñas von Hand mit dem traditionellen Coa-Messer freilegen. Nach der Ernte werden die Agavenherzen mindestens 72 Stunden lang in traditionellen Mauerwerksöfen langsam gegart; das karamellisiert die natürlichen Zucker und legt die Grundlage für die charakteristische Weichheit des Destillats. Es folgen Fermentation mit einem hauseigenen Hefeansatz sowie eine doppelte Destillation in Kupfer-Pot-Stills. Für den Reposado reifen die Brände anschließend acht Monate in gebrauchten amerikanischen Whiskey-Fässern — Clase Azul bevorzugt Fässer im zweiten Einsatz, damit das Holz den Agave-Charakter ergänzt, nicht überdeckt.
Die Keramikdekanter entstehen in der firmeneigenen Werkstatt Tradición Mazahua, die Clase Azul 2007 in Santa María Canchesda einrichtete. Dort formen Handwerkerinnen und Handwerker jede Flasche aus regionalem Ton, brennen sie und bemalen sie anschließend von Hand — ein Prozess, der für aufwendigere Editionen bis zu zwei Wochen dauern kann. Das Blau-Weiß-Muster der Plata- und Reposado-Dekanter greift traditionelle mexikanische Motive auf. Über die Destillerie hinaus fördert die Fundación con Causa Azul, eine eigene gemeinnützige Organisation, das mexikanische Kunsthandwerk und die Gemeinschaften, die zur Marke beitragen.
Zwei Einstiegspunkte in ein breites Sortiment aus Tequila und Mezcal
Das Sortiment reicht von ungealterten Blanco-Expressions bis zu limitierten Añejo-Editionen und Mezcal-Abfüllungen. Bei Vinoscout sind der Clase Azul Plata und der Clase Azul Reposado erhältlich — die beiden Expressions, mit denen die meisten Trinkerinnen und Trinker ihren Einstieg in die Marke finden. Der Plata kommt ungealtert in die Flasche: klare, frische Agave-Aromatik mit Zitrus, einem Hauch Vanille und leichtem Pfeffer im Abgang. Pur oder als Basis für eine Margarita mit frischem Limettensaft. Der Reposado verbringt acht Monate in gebrauchten American-Oak-Fässern — die Nase zeigt Vanille, kandierte Orangenschale und reife Frucht, am Gaumen folgen Haselnuss, Karamell, Zimt und ein runder Abgang mit Eichen-Unterton. Pur bei Zimmertemperatur oder im Tequila Old Fashioned. Beide Expressions sind 40 % Vol.