Familiengeschichte aus dem Berliner Untergrund — Gründung 2009
Die Wurzeln von Berliner Brandstifter reichen weit zurück: Ernst August Honrodt, Direktor der Zuckerfabrik Voßberg bei Berlin, destillierte in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg hochwertige Brände aus regionalem Getreide und Zuckerrüben — für Freunde, für die Familie, mit viel Überzeugung und ohne großes Aufhebens. Jahrzehnte später saß sein Urenkel Vincent Honrodt nach einer langen Nacht in Berlins Clubs in einem Park und stellte sich die Frage, ob es Blüten, Kräuter und Aromen gibt, die wirklich typisch für diese Stadt sind. Die Antwort wurde zur Gründungsidee.
2009 rief der gebürtige Berliner Vincent Honrodt die Marke Berliner Brandstifter ins Leben — zunächst mit einem Premium-Kornbrand, der die Handschrift des Urgroßvaters trug: regionale Rohstoffe, kleinstmögliche Chargen, kompromisslose Qualität. Den Gin-Start 2012/2013 finanzierte Honrodt über ein Crowdfunding-Projekt auf der Plattform Startnext — ein für damalige Verhältnisse mutiger Schritt, der die Verbundenheit der Berliner Szene mit dem Projekt unter Beweis stellte.
Vom Speisegut-Acker in die Flasche — Handwerk mit Berliner Adresse
Das Herzstück der Produktion ist die Herkunft der Botanicals. Sie wachsen auf einem eigens für Berliner Brandstifter angelegten Acker des Berliner Bauernhofs Speisegut in Gatow — Holunderblüten, Waldmeister, Malvenblüten, Gurke, Kornblume, Wilde Rose und weitere Zutaten, die teilweise per Hand gepflückt werden. Die begrenzte Ernte bestimmt direkt die Auflage jedes Jahrgangs.
Was die Produktion von industriellen Ansätzen trennt, ist das Einzelmazerationsverfahren: Jede Botanical wird separat mazeriert und separat destilliert, damit sich die Aromen auf sensorischer Ebene präzise aufeinander abstimmen lassen. Erst danach führt ein Partner in Berlin-Kaulsdorf die einzelnen Destillate mit dem Basisalkohol zusammen. Dieser Basisalkohol — ein Weizendestillat für Gin und Kornbrand, für den Vodka ein Zuckerrübendestillat — durchläuft eine siebenfache Filtration, die dem fertigen Produkt seine charakteristische Weichheit gibt. Jede Flasche wird per Hand abgefüllt und handnummeriert. Soziales Engagement gehört fest zum Betriebsmodell: In der Vorproduktion arbeitet Berliner Brandstifter mit Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung zusammen. Alle Spirituosen sind vegan, laktose- und glutenfrei, ohne zugesetzte Konservierungsstoffe.
Drei Kernprodukte, ein klarer Stil — floral, regional, limitiert
Das Sortiment von Berliner Brandstifter dreht sich um drei Hauptprodukte: den Berlin Dry Gin (43,3 % Vol.), den Berlin Vodka (43,3 % Vol.) und den Premium Kornbrand. Ergänzt wird das Portfolio durch Sonderedionen wie den Berlin Aged Gin, der zusätzlich im Fass reift und um Brombeeren als Botanical erweitert wird, sowie eine alkoholfreie Gin-Alternative. Der Berlin Dry Gin trägt Wacholder als klares Rückgrat; darüber legt sich eine ausgeprägt florale Schicht aus Holunderblüte, Malve und Waldmeister, dazu Gurke und dezente Zitrusnoten. Der Abgang ist weich, anhaltend, mit sanftem Wacholder. Der Vodka setzt auf stadtgarten-typische Botanicals — Wilde Rose, Kornblume, Holunder, Veilchenwurzel, schwarze Johannisbeere — und folgt derselben Philosophie der regionalen Verankerung.
Die Auflagen sind von der Ernte her limitiert: Der Gin erscheint in Chargen von maximal 9.999 Flaschen, der Vodka in Chargen von 999 Flaschen. Das minimalistische Flaschendesign, das mehrfach mit Designpreisen ausgezeichnet wurde, ist dabei mehr als Verpackung — es ist Haltung: kein Lärm, keine Übertreibung, Berlin pur.