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Über Weingut Nelles
Mehr als fünf Jahrhunderte Weinbau an Ahr und Landskrone
Die Geschichte des Weinguts Nelles reicht urkundlich bis ins Jahr 1479 zurück: Ein Zinsverzeichnis belegt, dass Peter Nelis damals einen ungewöhnlich hohen Zinssatz für einen Weinberg an der Burg Landskrone entrichtete — ein Fingerzeig auf die außerordentliche Qualität dieser Lage, die bis heute zum Herzstück des Betriebs gehört. Über viele Generationen entwickelte sich der Familienbetrieb in Heimersheim, im unteren Ahrtal gelegen, zu einem der renommiertesten Weingüter der Region. Seit den frühen 1970er-Jahren führt Thomas Nelles das Gut, der seine Winzerlehre unter anderem bei Adeneuer absolvierte und anschließend Weinbau studierte. Seit 2012 verantwortet sein Sohn Philip den Keller — womit die nächste Generation nahtlos an eine über fünfhundert Jahre währende Familientradition anknüpft. Seit 1994 ist das Weingut Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), dessen Ahr-Sektion Thomas Nelles damals mitbegründete.
Steillagen, Basalt und ein Keller, der den Wein atmen lässt
Auf 8,5 Hektar bewirtschaftet die Familie Nelles überwiegend Steillagen mit Hangneigungen von mehr als 30 Prozent — von Hand bearbeitet, versteht sich. Die Böden wechseln je nach Lage: Devonschiefer und Löss prägen die Schieferlay, während der Heimersheimer Burggarten auf dem einzigen Basaltkegel des gesamten Ahrtals liegt, einem Ausläufer der Vulkaneifel. Diese Geologie speichert Wärme, bringt aber zugleich die kühle, lebendige Säure des Ahr-Klimas in die Weine. Die VDP.Großen Lagen Landskrone, Burggarten, Schieferlay und Sonnenberg bilden das Rückgrat des Sortiments.
Im Keller gilt eine Philosophie des kontrollierten Nichtstuns: klassischer Holzfassausbau, minimale Eingriffe, Filtration nur im Ausnahmefall. Alle Trauben werden entrappt, was die Tannine von Anfang an seidiger macht. Einzig gemahlenes Gesteinsmehl kommt vereinzelt zur Klärung zum Einsatz. Die Großen Gewächse — die sogenannten B-Weine — reifen mindestens zwei Jahre im kleinen Barriquefass. Was das Weingut an Technik spart, investiert es in Sorgfalt: Ertragsreduzierung im Weinberg und präzise Handlese sind Standard. Für seinen nachhaltigen Ansatz trägt Nelles zudem die Zertifizierung FAIR'N GREEN, die naturnahen Weinbau, Biodiversität und fairen Umgang mit Ressourcen verbindet.
Spätburgunder als Leitfaden — mit Frühburgunder, Blanc de Noir und Sekt als Ergänzung
Rund 65 Prozent der Rebfläche entfallen auf Spätburgunder — das ist das klare Bekenntnis eines Betriebs, der die Burgundersorten der Ahr zu seinen ureigensten Ausdrucksmitteln gemacht hat. An der Spitze steht der B-52 Burggarten GG: auf Basalt gewachsen, 15 Monate im Barrique gereift, mit dunkler Kirsche, Brombeere, Holunder und feinen Röstnoten im Gepäck — Kraft und Finesse in einem Glas, das die Cool-Climate-Frische des Ahrtals nicht verleugnet. Die Schieferlay bringt einen anderen Typus: mineralischer, schlanker, vom Devonschiefer geprägt. Der Frühburgunder von der Landskrone zeigt, warum diese Rebsorte an der Ahr ihre seltenste und überzeugendste Form findet — ausdrucksvoll-samtig, mit einer charakteristischen Würze, die dem Spätburgunder fehlt. Ergänzt wird das Portfolio durch einen Blanc de Noir, der die roten Trauben im Weißwein-Stil vinifiziert, eine Frühburgunder-Merlot-Cuvée sowie einen Winzersekt in traditioneller Flaschengärung — die Cuvée Pinot — der zeigt, dass das Handwerk der Familie auch im Schaumwein seinen Platz hat.
Heimersheim/Bad-Neuenahr








