
Marques de Caceres
Marqués de Cáceres – Bordeaux-Geist im Herzen der Rioja
Wer verstehen will, warum Marqués de Cáceres heute zu den bekanntesten Rioja-Weinen der Welt zählt, muss mit einem Mann beginnen, der zwei Kontinente in sich vereinte. Enrique Forner wuchs in einer Winzerfamilie auf, floh im Spanischen Bürgerkrieg ins Exil und baute sich in Frankreich eine zweite Weinwelt auf – mit Kellereien im Rhône- und Loiretal und zwei Châteaux grands crus classés im Haut-Médoc. Als er 1968 nach Spanien zurückkehrte, brachte er nicht nur Erfahrung mit, sondern auch seinen Mentor: Émile Peynaud, den wohl einflussreichsten Önologen des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam entwickelten sie in Cenicero, einem kleinen Ort 20 km von Logroño entfernt, einen Stil, der die Rioja aufmischte. Die ersten Weine erschienen 1975 – und ließen die lokale Weinwelt aufhorchen.
Ein Stil, der Geschichte schrieb
Was Forner und Peynaud in die Rioja brachten, war damals eine stille Revolution. Die Holzreifungszeiten wurden verkürzt, damit die Frucht des Tempranillo deutlicher sprechen konnte. Amerikanische Eichenholzfässer, damals Standard in der Rioja, wichen französischen Barriques höchster Qualität. Dazu kamen Techniken wie Traubenauslese, Kaltgärung und kontrollierte Flaschenreife – alles mit dem Ziel, frischere, lebhaftere Weine zu erzeugen, ohne die Tiefe des Terroirs zu opfern.
Die Grundphilosophie der Bodega ist bis heute unverändert: Marqués de Cáceres besitzt keine eigenen Weinberge, sondern arbeitet mit Langzeitverträgen mit lokalen Winzern. Rund 1.200 Hektar werden so kontrolliert, etwa 15 Millionen Kilo Trauben pro Jahr vinifiziert, 30.000 Barrique-Fässer lagern im Keller. Das ist kein Widerspruch zu Qualität – es ist ein Modell, das Vertrauen und gemeinsame Standards über Jahrzehnte aufbaut.
Familie, Kontinuität, Haltung
1983 trat Cristina Forner in das Unternehmen ein, mit dem klaren Ziel, die Bodega international zu positionieren. Seit 2007 ist sie Präsidentin – und das Gesicht einer Weinkellerei, die Familientradition und Weltoffenheit verbindet. Unter ihrer Führung wurde 2014 der Schritt in die Denominación de Origen Rueda gewagt: 125 Hektar in La Seca und Serrada, mit Fokus auf die Verdejo-Traube. Die Weinberge dort liegen auf steinigen und kiesigen Böden, teils auf Terrassen nahe dem Fluss Duero – ein anderes Terroir, aber dieselbe Sorgfalt.
In der Rioja selbst beziehen die Trauben aus den privilegiertesten Lagen von Rioja Alta und Rioja Alavesa. Kalkhaltige und eisenhaltige Tonböden, Höhenlagen zwischen 300 und 740 Metern, Rebstöcke mit 20 bis 25 Jahren – einzelne Parzellen sogar aus der Zeit vor der Reblaus-Epidemie. Das ergibt ein Mikroklima, das Struktur und Eleganz gleichermaßen fördert.
Die Weine: von zugänglich bis anspruchsvoll
Die klassische Rotwein-Range bildet das Herzstück des Sortiments: Crianza, Reserva und Gran Reserva, alle auf Tempranillo-Basis mit Graciano und Mazuelo als Begleiter. Jede Stufe steht für mehr Zeit, mehr Tiefe – und einen eigenen Charakter, der nicht bloß durch Reifung, sondern durch Terroir entsteht. Das Flaggschiff Gaudium, erstmals mit dem Jahrgang 1994 auf den Markt gebracht, stammt aus den ältesten Weinbergen von Cenicero und San Vicente de la Sonsierra und reift zwei Jahre in der Flasche, bevor es das Haus verlässt.
- Crianza Rioja – der klassische Einstieg, Tempranillo-geprägt, zugänglich und ausdrucksstark
- Reserva Rioja – mehr Reife, mehr Komplexität, der verlässliche Mittelpunkt der Range
- Gran Reserva Rioja – für Geduld und besondere Anlässe
- Rosado Rioja – lebendig und frisch, ein Rosé mit Haltung
- Blanco Rioja – der weiße Rioja, selten und unterschätzt
- Verdejo Rueda Blanco – aus den eigenen Weinbergen in La Seca und Serrada, knackig und aromatisch
Marqués de Cáceres bei Vinoscout
Bei Vinoscout findest du sechs Weine von Marqués de Cáceres – vom frischen Verdejo Rueda Blanco und dem lebhaften Rosado Rioja über den alltagstauglichen Blanco Rioja und den zuverlässigen Crianza bis hin zu Reserva und Gran Reserva für Momente, die mehr verdienen. Die Preise beginnen bei 6,85 Euro und reichen bis 22,40 Euro – eine Range, die zeigt, dass Weltklasse-Rioja kein Luxusthema sein muss.







