Seit 1270 in der Charente: Eine Familie, eine Lage, eine Disziplin
Die Geschichte des Hauses Frapin beginnt im Jahr 1270, als die Familie in der Charente, nahe dem heutigen Segonzac, Wurzeln schlug — zunächst als Weinbauern, später als Destillateure. Über 21 Generationen hinweg blieb die Domaine im Familienbesitz, heute geführt von Béatrice Frapin, Tochter von Geneviève Frapin und Max Cointreau. Ein besonderes Kapitel der Familiengeschichte verbindet Frapin mit der Literatur: Der Humanist und Schriftsteller François Rabelais war ein direkter Nachfahre der Linie — Catherine Frapin war seine Mutter. Das Haus ehrt diesen berühmten Vorfahren mit der Cuvée Rabelais; die goldene Feder im Frapin-Logo erinnert bis heute an ihn. Ende des 17. Jahrhunderts verlieh König Ludwig XIV. dem Apotheker Pierre Frapin ein Familienwappen — ein weiteres Zeugnis dafür, wie tief die Familie in der Geschichte der Region verankert ist.
Zentrum des Anwesens ist das Château de Fontpinot vor den Toren Segonzacs, das seit Jahrhunderten als Stammsitz dient und dem Prestige-Cognac des Hauses seinen Namen gibt.
Vom Weinberg ins Fass: Kein Zukauf, keine Abkürzungen
Was Frapin von den meisten anderen Cognac-Häusern grundlegend unterscheidet: Der gesamte Prozess liegt in einer Hand. Auf über 240 Hektar Rebfläche — ausschließlich im Premier Cru de Cognac, der Grande Champagne — wachsen Ugni-Blanc-Trauben, die ausschließlich für Frapins eigene Destillate geerntet werden. Dieser zusammenhängende Weinbergbesitz ist der größte in der Grande Champagne. Kein Rohstoff wird zugekauft; Ernte, Destillation und Reifung finden auf dem Gut statt. Die Trauben werden von Hand gelesen und sofort gepresst; der Traubensaft vergärt ohne Filtration und ohne Zusatzstoffe zum Vin de Charente. Die Destillation folgt der traditionellen charentaiser Methode: zweifache Destillation auf der Hefe in kupfernen Brennblasen.
Bei der Reifung geht Frapin weiter als gesetzlich vorgeschrieben. Während die Appellation lediglich zwei Jahre Mindestreifezeit verlangt, reifen die jüngsten Destillate bei Frapin mindestens vier bis fünf Jahre. Zur Reifung verwendet der Maître de Chai feinste Limousineiche; ein Viertel des Destillats reift in neuen Fässern, der Rest in älteren oder bereits gebrauchten Fässern — ein Wechsel, der Tiefe und Komplexität in die Eaux-de-vie einschreibt.
Cognacs, die ausschließlich von einem Ort sprechen
Das Sortiment von Frapin reicht vom zugänglichen V.S.O.P. über den X.O. bis hin zu Raritäten aus der Réserve Patrimoniale und Jahrgangscognacs aus dem Archiv des Hauses. Eine Besonderheit ist die Multimillésime-Linie, bei der Destillate aus mehreren Jahrgängen kombiniert und alle Jahrgänge offen auf dem Etikett ausgewiesen werden — eine in der Cognac-Welt seltene Transparenz. Der Château Fontpinot X.O. ist das einzige Produkt der Region, das offiziell die Château-Bezeichnung tragen darf: Er stammt ausschließlich aus den als Premier Grand Cru klassifizierten Weinbergen rund um das Schloss. Stilistisch zeigen die Frapin-Cognacs das, wofür die Grande Champagne steht: blumige Aromen, ausgeprägte Rancio-Noten bei den gereiften Expressions, eine elegante Textur und ein langer, würziger Abgang. Pur im Nosing-Glas, auf einem großen Eiswürfel oder als Basis klassischer Cognac-Cocktails — die Bandbreite reicht vom ersten Kennenlernen bis zu den tiefsten Archivreserven des Hauses.