Von der Residenz der Herzöge zum Bioweinbau an der Layon
Das Château Soucherie geht auf eine Métairie – einen Gutshof – der Herzöge von Brissac zurück. Ende des 19. Jahrhunderts ließ eine Schwester des Herzogs, die Prinzessin von Arenberg, das Anwesen zu einer Sommerresidenz ausbauen, in der sie ihre Weine genoss und Gäste empfing. 1952 wechselte das Gut in die Hände einer Winzerfamilie, die den Namen Château Soucherie in der Region bekannt machte. Seit 2007 führt die Familie Béguinot das Weingut: Roger-François Béguinot und sein Sohn Pascal haben Château und Keller gemeinsam mit lokalen Handwerkern grundlegend restauriert und das Gut weinbaulich neu ausgerichtet.
Das Château liegt auf halber Hanghöhe oberhalb der Layon-Schleife bei Beaulieu-sur-Layon, rund 20 Kilometer südlich von Angers. Von den Terrassen schweift der Blick über die Hügel des Anjou – eine Lage, die nicht nur malerisch ist, sondern auch klimatisch zählt: Südexposition, Schutz vor dem Nordwind, Schiefer unter den Füßen.
Biologischer Weinbau auf Schiefer, Ton und Granit
Das Weingut bewirtschaftet rund 28 Hektar auf drei räumlich getrennten Parzellen. Den Kern bildet die Hanglage direkt rund ums Château: 22 Hektar auf einem nach Süden ausgerichteten Schieferhang, von Mauern eingefriedet und vor Nordwinden geschützt. Die Böden aus Schiefer, Ton und Sand prägen das mineralische Grundgerüst der Weine. Dazu kommen 4 Hektar in der Appellation Chaume – mit über 70 Jahre alten Reben, deren tiefreichende Wurzelsysteme dem Boden alle Komplexität abverlangen – sowie der Clos des Perrières, 1,8 Hektar Schiefer-Granit-Boden im Herzen von Savennières.
Seit dem Jahrgang 2022 ist das gesamte Weingut durch Ecocert als biologisch zertifiziert. Der Weg dorthin war konsequent: keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, keine chemischen Dünger, alle Arbeit im Weinberg per Hand – vom Ausdünnen bis zur Lese. Im Keller wird nach Appellation und Bodentyp entschieden: pneumatische Pressung, langsame Naturfermentation, Ausbau in Edelstahltanks oder Eichenholzfässern, wobei Holzherkunft, Röstgrad und Küfer gezielt ausgewählt werden. Für die Süßweine werden die Trauben in mehreren selektiven Durchgängen (tries) von Hand gelesen und nicht aufgezuckert.
Chenin Blanc in allen Spielarten – trocken, süß, komplex
Château Soucherie ist vor allem ein Chenin-Blanc-Haus. Die Rebsorte wird über das gesamte Weißwein-Sortiment hinweg sortenrein ausgebaut – ob als trockener Anjou Blanc wie der Blanc Ivoire, als mineralisches Savennières aus dem Clos des Perrières oder als Coteaux du Layon und Premier Cru Chaume in der lieblichen Stilistik. Cabernet Franc liefert die Rotweine und Rosés; der lokale Grolleau sorgt in den Rosés für Fruchtigkeit und Rundheit. Das Geschmacksbild der Weißweine ist geprägt vom Schieferteroir: ausgeprägte Säurestruktur, ein mineralisches Rückgrat, Aromen von Quitte, weißem Pfirsich und Zitrusschale. Die Süßweine der Chaume-Parzelle – aus Reben, die seit über sieben Jahrzehnten im Boden stehen – zeigen eine Konzentration und Tiefe, die für diese Enclave des Anjou typisch ist. Wer Chenin Blanc in seinen unterschiedlichsten Ausdrucksformen kennenlernen möchte, findet bei Château Soucherie ein Sortiment, das genau diese Bandbreite abbildet.